Is(s)t die Katze gesund, freut sich der Mensch!


Wehret den Anfängen!

Trockenfutter
 
Fisch
 
BARF
 
Etikettenangaben
 
Taurin

Calcium-Phosphor-Verhältnis

Vitamine
 
Bedarfswerte

Wehret den Anfängen!

Einer der größten Faktoren für die Gesundheit des Tieres - wie beim Menschen auch - ist die richtige Ernährung. Wohl jeder Katzenhalter, der sich schonmal mit dem Thema Fütterung auseinandergesetzt hat, hat von dem ein oder anderen Gesprächspartner schon zu hören bekommen, dass Omas Katze auch mit Aldi-TroFu 20 Jahre alt geworden ist. Aber vermutlich war sie auch draußen und hat dort artgerechtes Futter - Mäuse und Vögel - zu sich genommen und nur nebenbei TroFu gefressen.

Fakt ist, dass mit stetiger Umsatzsteigerung und Vergrößerung der gesamten Futtermittelindustrie die Anzahl der "zivilisationsbedingten Erkrankungen" bei Tieren exponentiell gestiegen ist (Prof. Dämmrich). Allergien, Diabetes, Leber- und Nierenschäden, Harnwegsprobleme und auch Zahnerkrankungen treten vermehrt erst in den letzten Jahren auf. Soll daran etwa das Tier schuld sein, welches sich über Jahrtausende entwickelt hat?

Da Katzen naturgemäß reine Fleischfresser sind, gehört in ihr Nassfutter keinerlei Getreide und kein Zucker. Als solche ist der Magen-Darm-Trakt auf die Verdauung von Fleisch ausgerichtet. Kleine Mengen von Getreide, Obst und Gemüse stören nicht, sie finden sich auch vorverdaut im Magen und Darm einer Maus wieder, wobei der größte Teil der natürlichen Nahrung Allesfresser sind. Man stelle sich jetzt einen Mäusemagen vor. Der ständige Abbau von Getreide, Mais, Gemüse und anderen pflanzlichen Nebenerzeugnissen belastet den Organismus der Katze, so dass irgendwann Leber- und Nierenschäden auftreten können. Zucker dagegen schadet den Zähnen und steigert die Wahrscheinlichkeit an Diabetes zu erkranken. Manche Firmen verschleiern den Zucker, in dem sie von Karamel, FOS, MOS, Glucose oder Kandis sprechen. Aber auch das ist nichts anders als Zucker. Wer gänzlich Zucker meiden will oder eine diabetische Katze hat, sollte ebenfalls Zuckerrübenschnitzel meiden, da auch hier versteckt Zucker enthalten ist.

Ein hochwertiges Nassfutter mag auf den ersten Blick teurer erscheinen. Allerdings ist der Verbrauch geringer, ebenso verringern sich die Ausscheidungen, da es besser verwertet wird und letztlich die Katze gesünder, was Tierarztkosten spart. So gesehen, ist es dann wieder preisgleich mit dem herkömmlichen Supermarktfutter.

Ähnlich wie Mäuse sind hochwertige Naßfuttersorten sind für alles Altersgruppen gleichermaßen bekömmlich. Oder hat schon mal jemand eine Maus mit Aufkleber "ich bin eine Kittenmaus" oder "ich bin eine Seniormaus" gesehen?

Ein hochwertiges Futter wird einen Muskelfleischanteil von etwa 70 % aufweisen. Wertvolle Innereien sind einzeln aufgeführt wie z. B. Leber, Herz. Der Anteil pflanzlicher Bestandteile besteht aus nur etwa 5 %. Der Proteingehalt sollte möglichst hoch, mindestens aber 10% besser 12 % betragen. Zwar sind natürliche Vitamine den synthetischen Vitaminen vorzuziehen. Allerdings sollte es Sie ebenfalls stutzig machen, wenn nichts von alledem zugesetzt ist, da bei der Zubereitung einiges an Vitaminen zerstört wird.

Sehr kritisch sollten EG Zusatzstoffe gesehen werden und Konservierungsmitte. Natürlich auch kein Zucker, Karamell, Melasse, Zuckerrübenschnitzel oder Salz, Farb- und Lockstoffe und keine Sojaprodukte. Halter empfindlicher Katzen sollten auch Mais meiden, da Soja und Mais vielfach für Allergien verantwortlich sind. Auch die Fütterungsempfehlung ist aussagekräftig. Eine 4 kg Katze kommt in der Regel mit 200 g hochwertigem Futter pro Tag aus.

Nachfolgend einmal zum direkten Vergleich der verschiedenen Futtermittel die Zusammensetzung einer Mäusemahlzeit:
Die natürlichste Nahrung der Katze, die Maus besteht aus 70 % Wasser, 14 % Protein (hochwertiges Eiweiß aus Fleisch), 10 % Fett , 1 bis 2 % Kohlenhydrate und Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, Ballaststoffe (Fell).

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Trockenfutter 

ist ein Fall für sich, vor allem ist es für Menschen sehr bequem.
Es braucht die 3 - 4fache Menge Wasser um das Trockenfutter aufzuweichen und verdaulich zu machen. Trinkt die Katze so viel? Als ehemaliges Wüstentier trinken auch so schon die meisten Katzen viel zu wenig, diese schlechte Grundvorraussetzung bessert sich nicht mit der Fütterung von Trockenfutter.
Zudem bestehen bis auf sehr sehr wenige Ausnahmen fast alle Trockenfuttersorten überwiegend aus Getreide.
Eine häufige Ettiketierung eines Trockenfutters sieht wie flogt aus: "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Mais, Maisglutenfutter, Reis, Weizenproteine, Zuckerrübenschnitzel etc." Natürlich, wir alle wissen, dass das was zuerst auf dem Etikett steht den größten Teil der Zusammensetzung ausmacht. Zählt man aber hier die verschiedenen Getreidesorten zusammen Mais, Maisglutenfutter, Reis, Weizenproteine, kommt man zu dem Schluß, dass der Getreideanteil möglicherweise doch überwiegt.

Abgesehen davon, dass Katzen naturgemäß ihren Wasserbedarf aus der Nahrung ziehen und schon aus diesem Grund von Trockenfutter abgeraten werden sollte, führt eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter relativ sicher zu Problemen wie Nierenschäden, Leberschäden, Struvit- oder Oxalatsteinen und anderen Organerkrankungen. Wäre Trockenfutter natürlich, würden auch getrocknete Mäuse herumlaufen.

Gut für die Zähne?
Leider gehört diese Aussage in die Welt der Märchen. Meist wird Trockenfutter von der Katze nur geschluckt, in den Fällen, wo Katze darauf herumbeißt, dringt lediglich die Zahnspitze in das Trockenfutterbrekkie ein und zerbröselt dann. Eine wirkliche Zahnreinigung stellt das noch nicht einmal für die Zahnspitze ein. Durch den Hohen Anteil von Kohlenhydraten im Trockenfutter, neigen Katzen die nur Trockenfutter bekommen aber auch eher zu Karies.. Wirklich gut für die Zähne und die Kaumuskulatur ist die gelegentliche Fütterung von größeren Stücken rohen Rindfleisches, Rinderherz oder auch frischen rohen Hähnchenflügeln oder Hühnerhälsen. Ebenso stellen rohe Geflügelknochen keine Gefahr dar - sie splittern im Gegensatz zu den gegarten nicht sondern sind sehr biegsam und elastisch.

Sollte Ihre Katze vom Trockenfutter nicht abzubringen sein. Versuchen Sie es einzuweichen. Haben sie auch dann keine Chance versuchen sie zumindest die Katze zur Wasseraufnahme anzuregen. Viele Wassernäpfe an allen strategisch wichtigen Plätzen, wie Türdurchgängen, Lieblingsplätzen, Trinkbrunnen, evtl. bepflanzte Miniaquarien all das regt an im Vorbeigehen einen Schluck Wasser aufzunehmen.

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Fisch

Sorten mit Fisch sind bei vielen Katzen sehr beliebt. Allerdings sollte auch von einer ausschließlichen Fütterung mit Fischsorten abgeraten werden, da viele Fischprodukte sehr viel Schwermetall enthält, was sich wiederum im Katzenkörper ablagert und auch zu Organschäden führen kann. Es gibt Studien die belegen, dass Katzen die sehr viel Dosenfisch bekommen ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsenerkrankungen haben, was mit hoher Wahrscheinlichkeit am hohen Jodgehalt von Fisch liegt.
Die Fütterung mit Fisch sollte sich auf 1 - 2 x wöchentlich beschränken.

Barf

Die sicher gesündeste Ernährungsform, sofern richtig durchgeführt ist aber sicher BARF (biologisch artgerechte Rohfütterung). Viele Tiere, die vorher an so genannten Futtermittelunverträglichkeiten gelitten haben, wie ständiges Erbrechen oder Durchfall haben keinerlei Probleme mehr, seit sie gebarft werden.

Allerdings scheuen viele die Mühe und Rechnerei, die es mit sich bringt, wenn man Rohkost katzengerecht herstellen will. Viele Faktoren wie Mineralstoffe und Vitamine müssen dabei beachtet werden. Im Internet finden sich viele Informationen wie und warum gebarft werden kann und soll. Auch ist das Zufügen von Mineralien und Vitaminen erst ab einem bestimmten Prozentsatz nötig. Eine Mengenangabe möchte ich nicht machen, da ich nicht beurteilen kann, wie ausgewogen gefüttert wird. Die Kosten von selbst hergestelltem Futter liegen pro Katze zwischen etwa 60 Cent und 1,50 Euro pro Tag. Wer sich hierfür interessiert, kann sich auf verschiedenen Seiten im Netz zum Thema informieren. U. a. auf der Web-Site www.du-barfst.de

Mittlerweile gibt es einige "Alles-drin"-Zusätze. So z.B. das Instinct TC. Hier braucht es nur Fleisch und etwas Leber. Mit dem Felini Complete ist ein weiteres "Alles-drin"-Präparat auf den Markt gekommen. Im Wechsel gegeben ergänzen sich beide Mittelchen recht gut.

Allerdings sollte auch BARF als überaus kritisch betrachtet werde, denn nur mit einer genauen Rationsberechnung und ausgewogenen Fütterung ist dies eine wirkliche Alternative zum Fertigfutter. BARFen mit "Alles-drin-Zusätzen" bringen dann eher neue Probleme auf den Plan.



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Was verbirgt sich nun hinter den Angaben auf den Etiketten?


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Taurin

Wenn man über den Taurinbedarf der Katze Informationen möchte, findet man im Netz unterschiedliche Werte. Die Spanne des täglichen Bedarfs wird mit täglich zwischen 250 - 500 mg angegeben. Meyer und Zentek empfehlen ca. 50 mg Taurin pro kg Körpergewicht/Tag.
Die am häufigsten genannte Menge IM FUTTER liegen für TroFu: bei 1000mg pro kg und bei NaFu: bei 2500mg pro kg. Allerdings findet man an dieser Stelle den wohl häufigsten Denkfehler, der sich vorallem durch Katzenforen und diverse Homepages zieht, denn die Bedarfsmenge bezieht sich nicht auf ein kg Futter wie es vorliegt, sondern aufs Kg Trockensubstanz. Ergo 1000mg pro kg Trockensubstanz Trockenfutter und bei NaFu: bei 2500mg pro kg Trockensubstanz.

Bedenkt man nun, dass ein Nassfutter ca 70% Wasser enthält wird man in der Regel kein Futter mehr finden, welches zu wenig Taurin enthält. Ganz im Gegenteil, denn da sich grade über die Wichtigkeit von Taurin viele Besitzer bewusst sind, setzen eigentlich alle Futtermittelhersteller ihrem Futter deutlich zu viel Taurin zu, weil dies Werbewirksam ist und bei den meisten Besitzern als Qualitätskriterium gilt. Frei nach dem Prinzip, je mehr desto besser. Nicht zu vergessen ist auch, dass Fleisch natürlicherweise auch bereits einen gewissen Anteil Taurin enthält.


Taurin ist wichtig für die Sehnerven, das Herz und wie sich bei den Recherchen herausstellt auch für das Funktionieren der Nieren!
Eine Unterversorgung kann außerdem zur Folge haben:

Erfahrungsberichten zufolge wirkt sich eine zusätzlich Tauringabe positiv aus auf die Muskulatur, die Haut- und Fellbeschaffenheit, weiterhin wurden Verbesserungen bei Krankheitsbildern wie Arthritis, Diabetes, Nierenerkrankungen, Asthma und chronichen Darmentzündungen beobachtet.

Wer sich jetzt entschließt Taurin zusätzlich zum Futter zu verabreichen, sollte bedenken, dass sich Taurin wie eine Säure verhält und deshalb unbedingt vorher in Wasser aufgelöst werden sollte – es greift ansonsten den Magen an. Aufgelöst kann es gut über das Futter verabreicht werden.

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Calcium-Phosphor-Verhältnis

Das Ca-P-Verhältnis sollte IMMER ausgewogen sein. Im Idealfall liegt es bei 1,15:1.

Der Tagesbedarf wird je nach Quelle für Phosphor zwischen 40 - 85 mg je kg Körpergewicht an. Tatsächlich liegt die Aufnahme bei den meisten Futtermitteln jedoch höher, da aus Kostengründen statt Calciumcarbonat - an dem das Phosphor "andockt" Calciummonophosphat verwendet, wodurch sich der Phosphorgehalt im Futter noch erhöht.

Auf Seite 104 (das ist hier auch laienverständlich) dieser Studie bei der es um den Phosporbinder Renalzin geht, ist das sehr deutlich hervorgehoben.

Ableitend kann man also sagen, dass der unausgeglichene Ca-P-Gehalt in vielen Futtermitteln ein Grund für die Entstehung von chronischer Niereninsuffizienz (CNI) sein kann. Wenn das Ca-P-Verhältnis nicht nicht angeben ist - fragt nach, lasst Euch neben dem Verhältnis auch die Menge und das Calciumsupplement angeben. Nur weil das Verhältnis zueinander stimmt, muss es nicht zwangsläufig auf den Bedarf zugeschnitten sein. 

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Vitamine - fettlösliche A, D und E

Vitamine sind lebenswichtig für Katzen. Die Vitamine A, D und E sind fettlösliche Vitamine, werden also nicht wie z.B. B-Vitamine mit den Körperflüssigkeiten ausgeschieden, sondern im Körper eingelagert. Sie finden sich in jedem, wirklich jedem Fertigfutter in ausreichender, teils mehr als ausreichender Menge. Und hier liegt die Gefahr. Alle fettlöslichen Vitamine sind auch in allen Leckerlis enthalten. Schnell ist man dann in einem Bereich der Versorgung, wo von Übervitaminisierung gesprochen werden kann.

Etwa bei 90 % aller Katzen über 12 leiden an Gelenkserkrankungen. Als Gründe werden genannt
- Verletzungen
- Infektionen
- altersbedingte Verschleißerscheinungen
- Übergewicht
- Fehlstellung des Skeletts

Veränderungen am Skelett (Missbildungen) sowie die sogenannte deformierende Zervikalspondylose können unter anderem durch Übervitaminisierung mit Vitamin A hervorgerufen werden. Eine Übervitaminisierung mit Vitamin D kann Hyperkalzämie auslösen, Knochenresorption und auch die Verkalkung der Weichteile begünstigen.

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Bedarfswerte einer 4 kg-Katze

(Quelle: dubarfst-Fibel)

Meyer Horzinek Strombeck Uni-Zürich
Vitamin A, IE 2400 400 300 400
Vitamin D, IE 40 20 32 20
Vitamin E, IE 8 8 2 8
Vitamin K, μg 40 k.A. 8 k.A.
Thiamin (B1), μg 400 400 800 400
Pantothensäure (B5), μg 800 800 800 800
Pyridoxin (B6) μg 320 320 640 320
Biotin (H), μg 12 12 11,2 8-16
Vitamin B12, μg 2 1,6 3,2 k.A.
         



Umrechnung IE/μg:
Vit. A: 1 μg= 0,001 mg= 3,33 IE
Vit. D3: 1 μg= 40IE
Vit. E: 1 mg= 1,49 IE

Betrachet man nun die Bedarfwerte, dürfte dem aufmerksamen Beobachter nicht entgehen, dass mit nur wenigen Leckerchen - die fast alle die fettlöslichen Vitamin A, D und E enthalten - zusammen mit den in Industriefutter verwendeten Vitaminbeimischungen der Tagesbedarf sehr schnell erreicht bzw. überschritten ist.

In der Vitaminpaste von Gimpet ist u. a. Vit. A 100.000 IE und
Vit. D 10.000 IE enthalten. Die Tagesempfehlung zur Fütterung beträgt täglich 2 g, also 2/1000stel der oben gennannten Mengen, also 50 IE Vit. A und 5 IE Vit. D.

Schauen wir auf´s Futterdosenettiket, pro Kilogramm und die Tagesration bei 200g-Fütterung:

Mac's/Lux Feline Porta
Vitamin A 2000 IE/kg 400 IE/Tag 5000 IE/kg 1000 IE/Tag
Vitamin D 200 IE/kg 40 IE/Tag 700 IE/kg 140 IE/Tag


Wir sehen, auch ohne Leckerli ist der Tagesbedarf an Vit A und D bereits mit 200 g Futter komplett abgedeckt.

Beachtet bitte, dass ein ständiger Überschuss an fettlöslichen Vitaminen vom Körper nicht ausgeschieden werden kann und zu Vergiftungserscheinungen führt und auf Dauer zu diversen teil irreperablen Schäden führen kann.

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Weitere Infos finden Sie hoffentlich bald an dieser Stelle.
Bis dahin nur ein Artikel über Kommerzielles Tierfutter und seine Folgeschäden.

Quelle: Ausführliche Infos mit vielen tollen Links gibt es hier und hier .