HCM - und wie wir dazu stehen...


HCM ist die Abkürzung für die hypertrophe Cardiomyopathie - einer degenerativen Erkrankung des Herzmuskels, die zwar therapierbar, aber nicht heilbar ist. Sie ist eine der meistdiagnostizierten Herzerkrankungen bei Katzen, wobei nicht nur bestimmte Rassekatzen sondern insbesondere auch Hauskatzen häufig betroffen sind. Auch bei Menschen ist die HCM regelmäßig Thema, wenn es um den plötzlichen unangekündigten Tod gerade von jungen Menschen geht.

Bei der Entwicklung der Bengal wurden verschiedene Rassekatzen mit der ALC verpaart. Führt man jetzt diese Erkrankung hauptsächlich auf die American Shorthair als sicher betroffener Rasse zurück, ist dies jedoch zu kurz gegriffen, da auch schon ALCs an HCM erkrankt sind.

Bei der HCM ist die linke Herzkammer zu klein, um das Blut aus dem Körperkreislauf zu erfassen, weil der Herzmuskel - sprich die Wand des Herzens - sich in die Kammer ausgedehnt hat. In der Folge kommt es zum Rückstau in den Vorhof des Herzens, welcher sich durch die Überbeanspruchung vergrößert. Dadurch kommt es neben einer Herzinsuffizienz auch zu Verklumpungen des Blutes. Die Folgen dieser Erkrankung reichen von Schlappheit aufgrund von Atemnot bis zu Embolien, welche bis zum Totalverschluss kleinerer Arterien führen. Die betroffenen Katzen schreien teilweise vor Schmerzen und können in der Regel Beine und Schwanz kaum noch bewegen.

Hier sehen Sie auf einem Bild der LMU München den Unterschied zwischen einem normalen Herzen (1) und einem an HCM erkrankten Herzen (2)


Selbst der geschulte Kardiologe kann eine HCM nur in den seltensten Fällen beim Abhören feststellen. Eine Blutuntersuchung/Gentest ist bei Bengalen bisher NICHT möglich! Tests für die MaineCoon sind bereits bei diesen umstritten, da sie eine jährliche Ultraschall-Untersuchung nicht ersetzen. Bei Bengalen haben sie überhaupt keine Aussagekraft. Man muss sich lediglich vor Augen führen, dass beim Menschen über 200 Gendefekte bekannt sind, die zu Herzerkrankungen führen können - und Gelder für die Krankheits-Erforschung beim Menschen sitzen unfraglich lockerer als die für eine bestimmte Rasse von Katzen.
Eine sichere Diagnose ist ausschließlich bei einem zertifizierten Kardiologen mittels Herzultraschalls zu stellen.
Eine herzkranke Katze braucht entsprechende Herzmedikamente und regelmäßige Ultraschall-Kontrollen - das Katzenleben lang.

Die meisten Ärzte empfehlen einen Schall erst ab 2-3 Jahren, da in der Regel erst dann diese Erkrankung diagnostizierbar ist. Auch wird empfohlen bei Katern regelmäßiger zu schallen als bei den Mädchen, da bei diesen ein gravierenderer Verlauf festgestellt werden konnte. Da die Ultraschall-Untersuchung nur eine Momentaufnahme ist, sollte sie vor jeder Verpaarung oder zumindest im Jahresabstand vorgenommen werden. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass diese Erkrankung erst mit 2-3 Jahren auftritt, so dass bereits vor dem ersten Wurf geschallt werden sollte, um das Risiko ausszuschließen mit einem bereits jung an HCM erkrankten Tier zu züchten.
Zwar gibt es viele Theorien, eins ist jedoch klar: HCM ist erblich bedingt.. Dementsprechend wundert es nicht, dass es spezielle Linien gibt, die sehr krankheitsbelastet sind.

Wir von SilverFever achten darauf unsere Linien soweit irgend möglich HCM-frei zu halten. Dabei scheuen wir keine Kosten und Mühen und veranlassen auch die Schalls der Elterntiere unserer Zuchttiere in den USA. Leider ist das Schallen in den USA nicht sehr weit verbreitet. Bitte fragen Sie den Züchter Ihrer Wahl daher nach den Dokumentationen der entsprechenden Untersuchungen bei zertifizierten Kardiologen.

Wie eine solche Untersuchung abläuft, sehen Sie hier: